IST DIE BIBEL GLAUBWÜRDIG?

IST DIE BIBEL GLAUBWÜRDIG?

Ist die Bibel glaubwürdig?

Tyrus, eine einst ruhmreiche Seefahrerstadt im Süden des Libanon. An der Küste gelegen, erstreckt sie sich über eine Landzunge 1,5 Kilometer ins Mittelmeer hinein. An der Spitze der Landzunge stehend, sehe ich vor mir einige Klippen im Meer, während im Rücken das geschäftige Treiben der Stadt zu hören ist. Aber halt: Laut einer biblischen Vorhersage über diese Stadt dürfte es sie doch gar nicht mehr geben? Das will ich genau wissen – und das kostet mich einige Mühe. Dann wird klar, das Tyrus, wo ich stehe, ist gar nicht das antike Tyrus. Das ist längst im Meer versunken und zu einem kahlen Felsen geworden – genau wie es in der Bibel vorhergesagt wurde. Das, was scheinbar ein Fehler in der Bibel war, erweist sich als gutes Argument ihrer Zuverlässigkeit. Warum diese Stadt untergehen sollte und wie das mit einem gerechten Gott vereinbar ist, liest du hier:

Gottes Zorn hat eine Berechtigung

Und es geschah im elften Jahr, am ersten Tag des Monats, da erging das Wort des HERRN an mich folgendermaßen: Menschensohn, weil Tyrus über Jerusalem ausgerufen hat: »Ha! Ha! Es ist zerbrochen, das Tor der Völker; es öffnet sich mir! Nun werde ich [alles] in Fülle haben, weil es verwüstet ist!«, darum, so spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich komme über dich, Tyrus, und will viele Völker gegen dich heraufführen, wie das Meer seine Wellen heraufführt! Und sie werden die Mauern von Tyrus zerstören und ihre Türme niederreißen; und ich will das Erdreich von ihr wegfegen und sie zu einem kahlen Felsen machen; zu einem Ort, wo man die Fischernetze ausspannt, soll sie werden inmitten des Meeres. Ich habe es gesagt, spricht GOTT, der Herr, sie soll den Völkern zur Beute werden!

Hesekiel 26,1-5

Tyrus war eine starke und wohlhabende Handelsmacht. Sie handelten mit allerlei Luxuswaren entlang der Mittelmeerküste bis nach Karthago. Für die Handelsbeziehungen in der antiken Welt war diese Stadt essentiell. Doch es gab auch Schattenseiten. Ihr Reichtum basierte zum Teil auf dem Menschenhandel (Hes.27,13). Ihr wirtschaftlicher Erfolg stieg ihnen zu Kopf. Voller Schadenfreude verfolgten sie den Untergang Jerusalems durch die Babylonier. Und von Gott wollten sie auch nichts wissen. Anders wars mit ihren Göttern. Diese wurden verehrt und angebetet.

Gott richtet

Gott hatte den Spott über Jerusalem gehört und daraufhin durch seinen Propheten Hesekiel angekündigt, die Tyrer zu vernichten. Das Maß seiner Geduld war voll. Aber ist er nicht ein Gott der Liebe, der von oben zusieht und immer wieder mal ein Auge zudrückt? Gott ist gnädig und liebevoll. Aber diese Gnade sollte man nicht mutwillig ausreizen. Auf die Verbrechen und den Stolz von Tyrus reagierte Gott mit Zorn. Wie kann der liebende Gott zornig sein? Widerspricht es sich nicht? Miroslav Volf erklärt es wie folgt:

„Ich dachte, dass Zorn für Gott unter seiner Würde ist. Ist Gott nicht Liebe? Sollte Gottes Liebe nicht ohne Zorn sein? Ja, Gott ist Liebe, und er liebt jeden Menschen und jedes Geschöpf. Genau deshalb ist Gott zornig. Mein letzter Widerstand gegen den Gedanken von Gottes Zorn ist dem Krieg im ehem. Jugoslawien zum Opfer gefallen. Ich komme aus dieser Region. Während des Krieges kamen geschätzt 200.000 Menschen ums Leben und über drei Millionen wurden vertrieben. Meine Städte und Dörfer wurden zerstört, mein Volk Tag und Nacht bombardiert, es gab unvorstellbare Grausamkeiten. Jetzt konnte ich mir nicht mehr vorstellen, dass Gott nicht zornig ist. Oder wir denken an Ruanda, wo im Jahr 1994 innerhalb von hundert Tagen 800.000 Menschen ermordet wurden. Wie hat Gott auf dieses Gemetzel reagiert? Wie ein gutmütiger Opa, der die Täter liebt und deshalb das Gemetzel nicht verdammt? Sagte er, die Täter seien doch im Grunde ganz gute Menschen? War Gott nicht vielmehr voll grimmigen Zorns gegen sie? Früher war ich sicher, dass ein liebender Gott nicht zornig sein kann. Langsam erkannte ich, dass ich einen Gott ablehnen müsste, der angesichts des Bösen in der Welt nicht zornig war. Gott ist nicht zornig, obwohl er Liebe ist. Gott ist zornig, weil er die Liebe ist.“(1)

Wenn Gottes Wort tatsächlich eintrifft …

… dann ist die Bibel auch heute für dich relevant. Und wenn Gott nicht nur droht, sondern auch in der Tat sein Gericht vollstreckt, dann ist die logische Konsequenz, dass du dein Leben nach Gott ausrichten solltest. Lies die Bibel und finde heraus, was Gott von dir erwartet und was er denen verspricht, die seinen Willen befolgen.

 

(1) Volf, Miroslav (2005): Free of Charge. Giving and Forgiving in a Culture Stripped of Grace, 138 f. (Deutsch:
übersetzt nach dem Wortlaut des Kurses RZIM, Apologetik).

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